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Tod eines Pelztieres
Morgendämmerung


Das abgehackte Gebell aus zwanzigtausend anderen Fuchskehlen sticht in seinen hellhörigen Ohren.
Wie jeden Tag. Der ekelhafte Gestank nach Exkrementen und verwesenden Fuchsleichen schneidet in seine feine Nase. Wie jeden Tag. Die weichen Pfoten schmerzen auf dem Gitterboden. Wie jeden Tag.
Doch von unheimlichen Kräften gezogen, schießt er im Käfig vor und zurück. Vor und zurück.


Ein Morgen wie jeder Tag.
Und doch ist etwas anders. Unheil liegt in der Luft. Es hat gestern begonnen.
Der lärmige, stinkende Traktor ist ausgeblieben. Sonst hat der rotgesichtige Mensch jeden Tag zur selben Stunde einen Fraßbrei ans Gitter geknallt. Ein infernalischer Kampf um den fürchterlichen Fraß ist dann jedes Mal ausgebrochen. Jeden Tag. Nur gestern nicht. Und heute?
Das Gebell in der Farm wird durch spitze, verängstigte Schreie übertönt. Sie kommen näher.
Gibt es wieder Fraß?


Das Gitter geht auf. Eine Zange aus Eisen greift nach ihm. Schreiend weicht er aus.
Nach links. Die Zange folgt. Nach rechts. Die Zange packt ihn am Hals, erstickt seinen Schrei.
Drückt ihn gegen das Gitter. Der Rotgesichtige greift nach seinem Schwanz. Zerrt ihn aus dem Käfig.
Eine Eisenklammer knallt gegen seine Zähne. Im Reflex beißt er zu. Die Klammer klemmt seinen Unterkiefer.
Ein Eisenstab bohrt sich in seinen After. Ein Stromstoß zuckt durch seinen Körper.
Er reagiert mit Seufzen. Seine Augen weiten sich entsetzt. Sein lebloser Körper wird hingeworfen...

(Aus: Stimmen der Tiere, 4/89)
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