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Bildergalerie
Bild: Echo Verlag

Sommer

Wenn im Sommer der rote Mohn
wieder glüht im gelben Korn,
wenn des Finken süßer Ton
wieder lockt im Hagedorn,
wenn es wieder weit und breit
feierklar und fruchtstill ist,
dann erfüllt sich uns die Zeit,
die mit vollen Maßen misst.

Dann verebbt, was uns bedroht,
dann verweht, was uns bedrückt,
über dem Schlangenkopf der Not
ist das Sonnenschwert gezückt.
Glaube nur, es wird geschehn!
Wende nicht den Blick zurück!
Wenn die Sommerwinde wehn,
werden wir in Rosen gehn,
und die Sonne lacht uns Glück!

Otto Julius Bierbaum (1865-1910)

Foto: Guido Funk
Bild: Echo Verlag

Die Kuh Liese

Mitten auf einer grünen Wiese
Steht die Kuh mit Namen Liese
Verpasst mit ihres Schwanzes Spitze
Den Fliegen Schläge in der Hitze

Sie fliegen auf lassen sich nieder
Das wiederholt sich immer wieder
Und dabei ändert sich nicht viel
Es ist ein Kuh- Gesellschaftsspiel

Der Tag vergeht der Abend naht
Der Bauer schreitet jetzt zur Tat
Verpasst der Liese die Maschine
Damit sie zur Entlastung diene

Der Milch enthoben auf der Wiese
liegt widerkäuend noch die Liese
Die Fliegen tanzen jetzt allein
Die Kuh ist müde und schläft ein

Gedicht: www.gedichte-garten.de

Foto: Karin Schwarz
Bild: Echo Verlag

Kater Toni

nimmt ein Sonnenbad auf dem Fensterbrett und wurde dabei fotografiert von Lars Rohne. Danke, dass wir das Bild verwenden dürfen.
Bild: Echo Verlag

Die Raben

Über den schwarzen Winkel hasten
Am Mittag die Raben mit hartem Schrei.
Ihr Schatten streift an der Hirschkuh vorbei
Und manchmal sieht man sie mürrisch rasten.

O wie sie die braune Stille stören,
In der ein Acker sich verzückt,
Wie ein Weib, das schwere Ahnung berückt,
Und manchmal kann man sie keifen hören

Um ein Aas, das sie irgendwo wittern,
Und plötzlich richten nach Nord sie den Flug
Und schwinden wie ein Leichenzug
In Lüften, die von Wollust zittern.

Georg Trakl (1887-1914)

Der Rabe wurde in Molfsee bei Kiel bei seinem neugierigen Tun beobachtet von Lars Rohne.
Bild: Echo Verlag

Diese Tulpenwiese

blüht auf der Insel Mainau. Lars Rohne hat sie fotografiert und uns das Bild zur Verfügung gestellt. Danke.
Bild: Echo Verlag

Die blaue Blume

Ich suche die blaue Blume,
Ich suche und finde sie nie,
Mir träumt, dass in der Blume
Mein gutes Glück mir blüh.

Ich wandre mit meiner Harfe
Durch Länder, Städt und Au'n,
Ob nirgends in der Runde
Die blaue Blume zu schaun.

Ich wandre schon seit lange,
Hab lang gehofft, vertraut,
Doch ach, noch nirgends hab ich
Die blaue Blum geschaut.

Joseph von Eichendorff (1788-1857)