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Bildergalerie
Winterzeit
Bild: Echo Verlag

Winterzeit

Markt und Straßen stehn verlassen,
still erleuchtet jedes Haus,
sinnend geh ich durch die Gassen,
alles sieht so friedlich aus.

An den Fenstern haben Frauen
buntes Spielzeug fromm geschmückt,
tausend Kindlein stehn und schauen,
sind so wunderstill beglückt.

Und ich wandere aus den Mauern
bis hinaus ins freie Feld.
Hehres Glänzen, heil'ges Schauern!
Wie so weit und still die Welt!

Sterne hoch die Kreise schlingen,
aus des Schnees Einsamkeit
steigt's wie wundersames Singen -
O du gnadenreiche Zeit!


Joseph von Eichendorff (1788-1857)

Foto: Erich Keppler / pixelio.de
A B C, die Katze lief im Schnee
Bild: Echo Verlag

A B C, die Katze lief im Schnee

A B C, die Katze lief im Schnee.
Und als sie dann nach Hause kam,
Da hatte sie weiße Stiefel an.
O jemine! O jemine!
Die Katze lief im Schnee.

A B C, die Katze lief zur Höh!
Sie leckt ihr kaltes Pfötchen rein
Und putzt sich auch die Stiefelein
Und ging nicht mehr, und ging nicht mehr,
Ging nicht mehr in den Schnee.

Volkslied aus Thüringen - erste Hälfte des 19. Jahrhunderts, ähnlich auch bei Lewalter, mündlich aus Kassel um 1911 Nr. 526

Bild: Echo Verlag

Kater Toni

nimmt ein Sonnenbad auf dem Fensterbrett und wurde dabei fotografiert von Lars Rohne. Danke, dass wir das Bild verwenden dürfen.
Bild: Echo Verlag

Die Raben

Über den schwarzen Winkel hasten
Am Mittag die Raben mit hartem Schrei.
Ihr Schatten streift an der Hirschkuh vorbei
Und manchmal sieht man sie mürrisch rasten.

O wie sie die braune Stille stören,
In der ein Acker sich verzückt,
Wie ein Weib, das schwere Ahnung berückt,
Und manchmal kann man sie keifen hören

Um ein Aas, das sie irgendwo wittern,
Und plötzlich richten nach Nord sie den Flug
Und schwinden wie ein Leichenzug
In Lüften, die von Wollust zittern.

Georg Trakl (1887-1914)

Der Rabe wurde in Molfsee bei Kiel bei seinem neugierigen Tun beobachtet von Lars Rohne.
Bild: Echo Verlag

Diese Tulpenwiese

blüht auf der Insel Mainau. Lars Rohne hat sie fotografiert und uns das Bild zur Verfügung gestellt. Danke.
Bild: Echo Verlag

Die blaue Blume

Ich suche die blaue Blume,
Ich suche und finde sie nie,
Mir träumt, dass in der Blume
Mein gutes Glück mir blüh.

Ich wandre mit meiner Harfe
Durch Länder, Städt und Au'n,
Ob nirgends in der Runde
Die blaue Blume zu schaun.

Ich wandre schon seit lange,
Hab lang gehofft, vertraut,
Doch ach, noch nirgends hab ich
Die blaue Blum geschaut.

Joseph von Eichendorff (1788-1857)